Deutschland: Private 5G-Frequenzen – Anträge können gestellt werden

Unternehmen in Deutschland können nun auch eigene 5G-Frequenzen erwerben.Seit dem 21. November können Unternehmen einen Antrag auf die Nutzung von eigenen 5G-Frequenzen stellen (Bild: Pixabay).
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Nachdem Anfang des Jahres die Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen abgeschlossen wurde, können nun auch Unternehmerinnen und Unternehmer eigene Frequenzen erwerben. Dafür hat die Bundesnetzagentur lokale 5G-Frequenzen im Bereich von 3,7 GHz bis 3,8 GHz reserviert. Lizenznehmer können so eigene, auf ihre Unternehmen beschränkte 5G-Netze aufbauen. Nachdem es Anfang des Jahres noch teils heftige Kritik an den sehr hohen Kosten für Lizenzgebühren gab, präsentiert sich die finale Gebührenordnung auch für mittelständische Unternehmen als finanzierbare Lösung.

Deutschland als Vorreiter

Für Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, liegen die Vorteile der nun veröffentlichen Gebührenordnung auf der Hand: „Deutschland gehört damit zu den globalen Vorreitern bei der privaten Nutzung von 5G. Wir legen hier das Fundament für disruptiven Wandel. Die lokalen Frequenzen erlauben Unternehmen es jetzt, von Tag eins an ein eigenes Netz aufzubauen. Bisher waren Unternehmen von der Versorgung durch Telekommunikationsanbieter abhängig.“

Campusnetze – die Zukunft?

Campusnetze sind exklusive Mobilfunknetze innerhalb einer bestimmten Fläche, beispielsweise auf einem Firmengelände. Durch die Möglichkeit, eigene Frequenzen zu erwerben, können Unternehmen nun völlig unabhängige 5G-Netze aufbauen. Die Vorteile liegen auf der Hand: geschlossenes Funknetz, schnelle Datenübertragung mit niedrigen Latenzzeiten, garantierte Verfügbarkeit von hohen Bandbreiten mit einem definierten Datendurchsatz, sowie sehr hohe Zuverlässigkeit.

Gleichzeitig bieten sich durch unabhängige 5G-Netze auch neue Möglichkeiten in puncto Sicherheit. „Es ist sogar möglich, was bislang undenkbar war: Mobilfunknetze aufzubauen, vom Internet getrennt. Das bietet ein ganz neues Niveau an Sicherheit“, betont auch Thomas Jarzombek.

Vergabeverfahren läuft

Seit dem 21. November können Unternehmen nun eigene Frequenzen erwerben. Die Kosten werden dabei individuell nach einer festen Gebührenformel der Bundesnetzagentur ermittelt. Berechnungsgrundlage bilden die zugeteilte Bandbreite, die Laufzeit der Zuteilung, die Fläche (und Art) des Zuteilungsgebiets, sowie ein Sockelbetrag von 1000 Euro.

Beispiel:

Bei einem Frequenz-Erwerb für 10 Jahre würden so für ein Unternehmen mit 500.000 m² Betriebsfläche in einem Siedlungsgebiet und 100 MHz Bandbreite Gebühren in Höhe von 16.000 Euro fällig.

Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) begrüßt die gefundene Lösung: „Wir freuen uns, dass sich die Bundesregierung nun endlich geeinigt hat, die Gebühren für die lokalen 5G-Frequenzen so zu gestalten, dass insbesondere mittelständische Unternehmen nicht unverhältnismäßig belastet werden und in der Folge von einer Beantragung der Frequenzen absehen.“

Weitere Informationen sowie Antragsformulare finden Sie hier.

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