Telekom und Ericsson schalten privates 5G-Netz ein

Telekom und Ericsson schalten privates 5G-Netz einDas neue Netzwerk demonstriert mögliche Anwendungsfälle in der Industrie (Bild: Pixabay).
mittelstandinbayern.de Online magazin

Die Deutsche Telekom und Ericsson haben gestern das erste private 5G-Netz im Center Connected Industry (CCI) am Campus der RWTH Aachen eingeschaltet. Gemeinsam mit anderen CCI-Mitgliedern arbeiten die Partner an neuen Lösungen für die Fabrik der Zukunft.

„5G-Netze eignen sich besonders für industrielle Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen“, sagt Antje Williams, SVP 5G Campus Networks, Deutsche Telekom. „Test-Umgebungen wie im CCI sind unerlässlich. Nur so können wir gemeinsam mit Partnern aus unserem Ökosystem, Kunden und Geräte-Herstellern komplette Lösungen rund um private 5G-Netze entwickeln und erproben.“ Das private Campus-Netz basiert auf der 5G-standalone Technologie von Ericsson, die im 5G-Spektrum der Deutschen Telekom läuft. Das Netzwerk ist derzeit als eine Indoor-Lösung aufgebaut, in das ein autonomes Logistikgerät integriert ist. Dieses demonstriert mögliche zukünftige Anwendungen für die Industrie.

Center Connected Industry (CCI)

Das CCI setzt sich aus wissenschaftlichen Einrichtungen und Industrieunternehmen vieler Größen und Branchen zusammen. Konnektivität ist ein Schlüsselfaktor für die Unterstützung von Industrie-Anwendungen und Kundenbedürfnissen. Die Deutsche Telekom und Ericsson haben bereits im vergangenen Jahr ein Dual-Slice Campus-Netzwerk auf der Basis von LTE aufgebaut. Zwei wichtige Bereiche stehen für die Zusammenarbeit mit dem Center Connected Industry und den Partnern im Fokus: zum einen die Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen für die Industrie. Basierend auf den Anforderungen und Spezifikationen der Kunden werden Ansätze für Industrielösungen gemeinsam getestet und in der CCI-Campusumgebung bis zur Produktionsreife umgesetzt. Dafür wird die Produktionsumgebung des Kunden nachgestellt, sodass die Lösung nach erfolgreicher Produktentwicklung 1:1 in den Betrieb beim Kunden implementiert werden kann.

5G Standalone Campus-Netzwerke

Das private 5G-Standalone-Netz ist völlig unabhängig vom öffentlichen Netz und bietet dadurch eine dedizierte Konnektivität auf dem Campusgelände. Der Netzwerkserver, das standalone Core-Netz und die Antennen befinden sich alle auf dem Kunden-Gelände. Daher verlassen die Daten im privaten Netzwerk niemals den Campusbereich.
Diese 5G-Architektur eignet sich am besten zur Unterstützung unternehmenskritischer Anwendungen, die eine ultrakurze Reaktionszeit erfordern. Im 5G-Standard werden diese Anwendungen als uRLLC-Anwendungen beschrieben. Die Abkürzung steht für “Ultra-Reliable and Low-Latency Communication” und beschreibt extrem zeitkritische Anwendungen mit der niedrigsten Latenzzeit von zum Beispiel nur 1 Millisekunde. Dies sind Dienste, die kürzeste Antwortzeiten erfordern und nicht ausfallen dürfen.

Nach einer ersten Erprobungsphase auf dem CCI-Campus werden Ericsson und Telekom weitere Tests auch an Kundenstandorten noch in diesem Jahr vorbereiten.

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